Geschichte

Allgemeine Stadtadressbücher, die - mit gewissen Abstrichen - die Wohnorte aller Bevölkerungsgruppen und alle Berufsgruppen verzeichneten, sind in Hamburg von 1787 bis 1966 erschienen. Vorläufer waren Namensverzeichnisse einerseits für Standespersonen, staatliche und kirchliche Würdenträger sowie Gelehrte, andererseits für Handeltreibende auf Ausstellungen, Messen, Börsen und im Außenhandel des Hamburger Hafens.
Überblicksdarstellung:
Ulrich Hagenah: Hamburger Adressbücher : eine historische Skizze mit Anmerkungen zum Digitalisierungsprojekt der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte 97.2011, S. 57-97
http://agora.sub.uni-hamburg.de/subhh/digbib/view?did=c1:61702&sdid=c1:61713

18. Jahrhundert
Im ersten Viertel des Jahrhunderts war in Hamburg wie in etlichen anderen Städten des Deutschen Reiches die Veröffentlichung von Verzeichnissen von Standespersonen populär, die es so nach 1725 nicht mehr gab, es sei denn, man sieht gewisse Partien von Staatskalendern als eine Fortsetzung an. Stadtadressbücher mit einem breiteren Fokus und nun primär wirtschaftspolitischem Impuls erschienen in Hamburg seit den 1780er Jahren, die Serie der eigentlichen Hamburger Adressbücher beginnt im Jahr 1787. Der früheste Vorläufer ...
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19. Jahrhundert
Das Medium Adressbuch hat sich in und um Hamburg vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts äußerst dynamisch entwickelt. Es spiegelt in Jahresringen die Prozesse der Urbanisierung, des Bevölkerungswachstums, der Siedlungsverdichtung, der Industrialisierung und sozialen wie ökonomischen Binnendifferenzierung der Gesellschaft in aller Vielfalt. Das Hamburgische Adressbuch ...
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Altonaer Adressen hatte der Verleger des Hamburgischen Adressbuchs 1789-1802 jeweils in einem separaten Abschnitt mit abgedruckt. 1802 erschien dann das erste selbständige "Altonaische Adressbuch" (ab 1892: "Altonaer Adressbuch"), ...
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In den Jahren 1803-1846 bezog der Verleger Hermann in das Hamburgische Adressbuch immer wieder Ortschaften und Städte außerhalb des historischen und heutigen Hamburg mit ein, die ihrerseits vor allem das wirtschaftliche Interesse gehabt haben dürften, dort präsent zu sein.
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In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden eigene Adressbücher für Harburg, Bergedorf, Cuxhaven, die Elbgemeinden und den Freihafen, nachdem diese Gebiete vorher im Hamburgischen Adressbuch mit berücksichtigt worden waren. Zum Teil blieb es auch dabei, gab es also eine Parallelverzeichnung.
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Die politische Emanzipation, vor allem aber die dynamische Wirtschaftsentwicklung des 19. Jahrhunderts schlug sich in speziellen Adressbüchern nieder, die sich mit den allgemeinen Adressbüchern teils überschnitten, aber aus ihrem besonderen Blickwinkel unter Umständen auch mehr Information boten.
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Schließlich sorgte die technische Entwicklung mit dem Einzug des Fernsprechers für einen neuen Typ von Adressbuch, das Fernsprechbuch.
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20. Jahrhundert
Das Hamburger Adressbuch modernisierte seine Gesamtanlage im Jahr 1900 grundlegend, als Albert Loevenich die Chefredaktion übernahm (bis 1909).
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Zwischen Jahrhundertwende und Erstem Weltkrieg erhielten weitere Orte und Regionen des Hamburger Umlands eigene Adressbücher, womit dieser Ausdehnungsprozess in die Fläche hinein abgeschlossen war - anders als bei den Fernsprechbüchern, wo die 1920er und 30er Jahre noch manche Veränderung im Titelangebot brachten.
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Nach 1933 erschien das Hamburger Adressbuch zunächst weiter bei Hermann's Erben, bis der Verlag 1939 gezwungenermaßen an die Gruppe Dumrath und Fassnacht überging, die bis zum Ende des Adressbuchs 1966 sein Verleger blieb.
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Von 1974/75 bis 1976/77 erschien das Hamburger Adressbuch als reines Firmen- und Branchenadressbuch.

Literaturauswahl zu den Hamburger Adressbüchern:
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